Die wahre Geschichte vom Reiseleiter mit Nachtwächter„posten“,
oder: Was macht ein Nachtwächter am Tag?
„Wer nichts wird, wird Wirt.
Wer gar nichts wird, wird Nachtwächter…“
Dass dieser Spruch meiner Großmutter einmal eine Bedeutung für
mich haben könnte, konnte ich im Kindesalter nicht ahnen. Natürlich
bin ich etwas geworden, Wirt allerdings nicht. In meinen jugendlichen
Jahren hatte man mir beigebracht, bei einem einstmals großen vogtländischen
Möbelhersteller Möbel zu bauen, die es im großen Moskauer
Kaufhaus GUM, in Skandinavien und bei einschlägigen deutschen Versandhäusern
zu kaufen gab, nur kaum in dem Lande, wo sie hergestellt wurden –
in der DDR. Von dem Möbelhersteller ist heute nichts mehr übrig,
und auch das kleine Land ist von der Landkarte verschwunden. Geblieben
ist das, was den damals jungen Mann nebenbei als Hobby viel beschäftigt
hat und was mit seinem ehemals erlernten Beruf eher weniger zu tun hat
– Heimatliebe, Geschichtsinteresse, Freude am Entdecken und am
Umgang mit Menschen.
Die neue Zeit brachte neue Möglichkeiten mit sich, und zunächst
erst einmal eine Zielsuche – „Nachtwächter“ und
Reiseleitung standen dabei immer noch nicht auf dem Plan. Eine Umschulung
zum Mediengestalter verschaffte mir einen zeitgemäßen Berufsabschluss,
doch der Zufall lenkte mich zunächst in eine andere Richtung –
in eine große Bank. Zahlenwerk ist auf die Dauer aber nicht die
wahre Erfüllung für einen Menschen, der stets das Neue sucht
und eben lieber mit Menschen umgeht als mit „schnödem“
Geld. Über die Zwischenstation „Büro“ in einer
Schulverwaltung und einer Tourist-Information, die viel mit Menschen
und wenig mit Schreibtisch zu tun hatten, fand ich den Weg in ein namhaftes
Reisebüro und Busunternehmen, in dem ich meine wahre Passion ausleben
konnte – das „an den Mann bringen“ (und auch an die
Frau…) von Geschichte und Heimat, Landschaft und Tradition. Denn
die Reisen, die ich mit Hingabe plante, konnte, durfte und musste ich
anschließend auch leiten! Nachdem ich das nun einige Jahre tat,
war quasi zwischendurch ein ungeplantes „Kind“ geboren worden
– die Figur des „Greizer Nachtwächters“. Und
hier schließt sich der Kreis: Schon in jungen Jahren hatte ich
immer wieder einmal Gäste durch „meine Stadt“ und das
Vogtland geführt, nach der Wende gab’s dann auch ein richtiges
Zertifikat dafür. Und dann war da diese Idee – der Tag hat
24 Stunden, und zum Tag gehört natürlich auch die Nacht!
Den Anstoß gab die Leiterin der Greizer Tourist-Information, und
was sich dann über die Zeit entwickelte, konnte damals keiner ahnen
– der „Greizer Nachtwächter“ wurde eine „Institution“.
In die Tausende geht mittlerweile die Zahl derer, die den Nachtwächter
bei seinen Führungen „in Aktion“ begleitet haben, und
viele waren danach erstaunt, wie anders doch die Welt aussieht, wenn
man sie durch die Nachtwächterlaterne betrachtet…
Wenn die Sonne nach einer langen Nacht morgens wieder am Himmel steht,
begrüßt mich manchmal jemand mit einem fröhlichen "Guten
Morgen, Herr Nachtwächter! Na, schon ausgeschlafen?" Natürlich!
Denn auch bei Tage führe ich Touristen durch die Stadt oder reise
mit ihnen durch das schöne Vogtland und seine angrenzenden Regionen.
Auf der Landkarte ist "links" davon der Thüringer Wald,
"rechts" das Erzgebirge und "unten" mein liebstes
"Steckenpferd", das Egerland und die Tschechische Republik.
Überall begegnet man freundlichen Menschen, die der malerischen
Landschaft ihren "persönlichen Stempel" aufdrücken.
Ich lade Sie, die Gäste von nah und fern, herzlich ein, dieses
Stückchen Schöpfung mit mir zu erleben, sei es bei Tage oder
auch "bei Nacht"!
Herzlich Willkommen!
Hauptmenü»